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GRUNDGEDANKEN

Sir Karl Popper (1902 - 1994)

"Ein demokratischer Staat kann nicht besser sein als seine Staatsbürger. So müssen wir hoffen, dass die grossen Werte einer offenen Gesellschaft - Freiheit, gegenseitige Hilfe, Wahrheitssuche, intellektuelle Verantwortlichkeit, Toleranz - auch in Zukunft als Werte anerkannt werden. Dafür müssen wir unser Bestes tun."

Mit diesen Worten beendete Karl Popper 1984 die Diskussion eines Symposiums mit dem Titel "Die Zukunft ist offen". Dass es keine vollkommene Gesellschaft geben kann, ist ebenso gesicherte Einsicht wie das Wissen darum, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Doch es braucht den Konsens über unverzichtbare Prinzipien. Popper nennt als wichtigste Werte, die eine OFFENEN GESELLSCHAFT kennzeichnen, die Freiheit der Individuen, Gewaltlosigkeit, Schutz der Minderheiten, Schutz der Schwachen.

Den Entschluss, sein Buch "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" zu schreiben, hatte er an jenem Tag gefasst, als Hitlers Truppen in Österreich einmarschierten.

Es wäre eine Illusion zu glauben, dass mit der Überwindung des Totalitarismus auf Dauer auch die Feinde einer offenen Gesellschaft überwunden wären.

Gerade die Umbruch- und Übergangssituation in der heutigen Gesellschaft und Politik - beschleunigt durch neue Technologien, Globalisierungsprozesse, Veränderungen der Arbeitswelt, Zusammenbruch des kommunistischen Systems in Osteueropa, Migrationsbewegungen, zunehmende Individualisierung und abnehmende Steuerungskompetenz der Politik - birgt nicht nur Chancen, sondern auch Verunsicherungen, die wiederum die Gefahr autoritärer Irrwege in sich tragen.

Die Demokratie, die Verfassung der Freiheit, ist damit neuen Bedrohungen ausgesetzt. Sie müssen als solche identifiziert und ins Bewusstsein gerückt werden. Eine Gesellschaft, die für Veränderungen offen sein will, muss sich darüber verständigen, welche Normen und Werte die Basis des gesellschaftlichen Zusammenhalts bilden.

Die Kreativität und Innovation für den Umgang mit diesen Herausforderungen gehen heute im Regelfall von Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst aus. Die Politik agiert im besten Fall als Management, das den Mechanismus kreiert, den den Wandel regelt.

Das Institut für eine offene Gesellschaft hat sich zur Aufgabe gemacht, Mittler, Übersetzer und Akteur im Feld zwischen den kreativen Zentren der Innovation und der Politik zu sein. Es will den Blick für Entwicklungen schärfen, Zusammenhänge analysieren, zukunftsorientierte Fragestellungen erarbeiten und Hilfestellung bei den Schwierigkeiten der Umsetzung liefern. Durch die Herstellung von Öffentlichkeit sollen produktive Kontroversen ausgelöst und neue Einsichten gewonnen werden. Damit wird auch das Ziel verfolgt, das gesellschaftliche Engagement und den demokratischen Verständigungsprozess voranzutreiben .

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